Azubis motivieren

Azubis motivieren Daumen hoch für die Azubis

„Wie kann ich meine Azubis motivieren?“ Diese Frage wird mir öfter gestellt. In diesem Artikel möchte ich einige Gedanken dazu teilen.

Intrinsische und extrinsische Motivation

Grundsätzlich ist es wichtig, den Unterschied zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation zu kennen. Die Bezeichnung verrät es schon ein wenig: das eine findet „innen“, das andere von „außen“ statt. Bei der intrinsischen Motivation habe ich Lust auf etwas bzw. „bewege“ ich mich aus eigenem Antrieb heraus. Anders ist das bei der extrinsischen. Da ist es eine ausstehende „Belohnung“ (oder Druck) von Außen. Grundsätzlich ist eine hohe Eigenmotivation  – Interesse für ein Thema, Ehrgeiz, Entwicklungswillen – die beste Basis für das Weiterkommen. Ohne sie kann der beste externe Anreiz wenig bewirken. Im besten Fall sollten also Mitarbeitende wie Auszubildende eine hohe intrinsische Motivation mitbringen, die punktuell und je nach Aufgabe auch extrinsisch gefördert werden kann. Die Anreize können dann allerdings auch sehr unterschiedlich ausfallen.

Hintergrund und Sozialisation der aktuellen Azubigeneration

Die aktuelle Azubigeneration sind die späten Zler, die Jüngsten der Generation Z. Sie sind geprägt durch gute Beziehungen zu ihren Eltern (oftmals die sogenannten Helicopter-Eltern), einer schnelllebigen Welt, in der Wissen in Windeseile ergoogelbar ist und die Verwirklichung der eigenen Vorstellungen völlig real erscheint. All das hat auch Auswirkungen auf ihre Haltung, ihre Ansprüche und ihr Handeln bezüglich des Arbeitslebens.

Wie Sie heute keine Azubis mehr motivieren

Neulich hatte ich einen Impulsvortrag zum Thema „Change“ für Eigentümer von Handwerksbetrieben. Wir sprachen über den immensen Druck, der heutzutage herrscht und auch über die Mitarbeitenden und wie diese zu motivieren sind. Grundsätzlich und insbesondere für die junge Generation sind folgende Dinge keine besondere Motivation mehr:

  • Ein Oktoberfest, wenn ich kaum weiß, wie ich mir mein Heizöl bzw. mein WG-Zimmer leisten kann.
  • Block und Stift aus der Marketingabteilung, wenn es sich um einfache Cent-Artikel handelt.
  • Ganz gut gemacht, das „sehr gut“ hebe ich mir fürs letzte Lehr-/Ausbildungsjahr auf.

Wichtig ist immer wieder neu zu schauen, in welcher Situation die Azubis sind, wo der Schuh drückt und möglichst genau dort unter die Arme zu greifen. Das geht nur dann, wenn ich eine Beziehung aufgebaut habe und pflege, die mir diesen Zugang ermöglicht (siehe nächster Absatz).

3 konkrete Ideen, wie Sie Azubis motivieren können

Wenn es das alles nicht mehr ist, was ist es dann? Hier kommen drei wichtige Ansatzpunkte:

  • Beziehungsaufbau und -pflege
    Auf Grund der oft sehr engen Bindung zu den Eltern, ist die Beziehung zwischen Azubi:ne und Ausbildendem besonders wichtig. Sie gibt Halt, Sicherheit und Zutrauen. Eine gute Kommunikation, wertschätzendes Feedback und ein kontinuierlicher Austausch sind wichtige Bestandteile dieses Ansatzes. Das kostet zwar manchmal mehr Zeit, diese zahlt sich allerdings fast immer mehr als aus.
  • Enge, kleinschrittige Arbeitspakete
    Schauen wir uns unsere und erst Recht die Welt der jungen Generation an. Nachrichten von heute überholen sich meist schon vor dem nächsten Sonnenaufgang. Die Welt ist schnelllebig. SocialMedia wie TikTok trägt dem Rechnung und kurze Videofetzen sind so schnell wieder vergessen wie angeschaut. Über die Entscheidung zum Date entscheidet eine Sekunde und ein Wisch zur Seite. Dementsprechend sinkt die Aufmerksamkeitsspanne insbesondere bei den Jüngeren und genau darüber klagen die Ausbildenden in meinen Trainings immer wieder. Ein weiter wie bisher macht keinen Sinn. Passen Sie Ihren Input dieser Lebensrealität an. Viele Auszubildende haben lieber kleinere, überschaubare Aufgabenschritte als (wie vielleicht früher) ein gesamtes Projekt auf dem Schreibtisch. Auf für Erklärungen gilt: lieber klein und überschaubar als umfangreich und allumfassend. Sonst sinkt die Motivation noch bevor der erste Buchstabe geschrieben oder der Arbeitsschritt getätigt wurde.
  • Wertschätzung z.B. durch Weiterbildung
    Auch auf Grund der Sozialisation wünschen sich Auszubildende heute mehr Wertschätzung als früher – früh wurden sie nach ihrer Meinung gefragt und als ebenbürtige Menschen behandelt. Das erwarten sie auch im Ausbildungskontext. Es gilt, Kommunikation und Angebote daran auszurichten. Dies kann durch unterschiedliche Beteiligungen an Prozessen gelingen und auch durch allgemeine und spezielle Weiterbildungsangebote. Geht das ganze Team zu einer EDV-Schulung, sollte es selbstverständlich sein, die Azubis nicht auszuklammern, weil sich das „eventuell nicht rechnen“ könnte. Im Gegenteil! Zusätzlich dürfen Angebote geschaffen werden, die individuell ausgerichtet sind und durch ihre Inhalte eine Win-Win-Situation darstellen.

Fazit

„Azubis motovieren“, das ist gar nicht so schwierig. Und doch bedarf es ein paar andere Überlegungen als früher. Insbesondere, wenn ich die Azubis nachhaltig und langfristig ans Unternehmen binden möchte. Und das sollte das Ziel aller Ausbilder sein: strategisch schon heute an morgen denken! 😊

Weiterführende Gedanken zu und über „Azubis motivieren“ hinaus

Wünschen Sie sich Unterstützung? Dann schauen Sie doch gerne mal bei meinen speziellen Ausbildungsangeboten vorbei – ich unterstütze sowohl ihre Azubis in abwechslungsreichen Trainings als auch ihre Ausbildungsbetreuer:innen. Für unsere Zukunft!

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